Kreativität als Schlüssel zur Persönlichkeitsentwicklung: Die Koordination dieser besonderen Veranstaltung lag in den Händen von Sozialpädagogin Almut Radhöfer, unterstützt durch Abteilungsleiterin Petra Stephanblome. Dass solche Formate gerade für die BÜA-Klassen von so hoher Relevanz sind, liegt in der Zielsetzung der Schulform begründet: Die BÜA dient dem Übergang in die Ausbildung und erfordert nicht nur fachliche Qualifikationen, sondern vor allem ein hohes Maß an Selbstbewusstsein, Ausdrucksfähigkeit und die Fähigkeit zur Reflexion – kurz: Stärkung der persönlichen Kompetenzen.
Poetry Slam bietet hier einen niedrigschwelligen Zugang, um festgefahrene Sprachmuster aufzubrechen. „Es ist bedauerlich, dass durch Fehlzeiten ein Teil der Schülerschaft diese Chance verpasst hat, denn gerade für dieses Klientel ist es entscheidend, eigene Gedanken zu formulieren und die Macht der Sprache für sich zu entdecken“, bedauert ein Klassenleiter bei der Reflexion dieser tollen Veranstaltung. Die Poesie-Doppelstunde sollte zeigen, dass Poetry Slam keine abgehobene Kunst ist, sondern ein Werkzeug, das jedem gehört – unabhängig von schulischem Werdegang, Geschichte und Perspektive.
Vom „Buschjumping“ zum Bühnenstar: Lars Ruppel, der selbst eher durch abenteuerliche Jugendstreiche als durch klassische Literatur zur Poesie fand, demonstrierte eindrucksvoll, dass jeder etwas zu sagen hat. Er erklärte das Konzept des Poetry Slams: Ein Wettbewerb ohne Hilfsmittel, ohne Verkleidung, ohne Musikinstrumente – nur der Mensch, ein Mikrofon und der (wirklich, auch bewusst ohne KI) selbstgeschriebene Text. „Sei du selbst, verstelle dich nicht“, so Ruppels Credo für authentische Texte. „Schreibe über das, was dir am Herzen liegt.“
Wortschatzkisten und Synonym-Battles: Dass man kein geborener Goethe, Schiller oder Heinz Erhardt sein muss, um gute Texte zu schreiben, bewiesen die anwesenden Schülerinnen und Schüler in der anschließenden Mitmachübung. Unter Ruppels Anleitung lernten sie, ihre „Wortschatzkiste“ zu öffnen. In einem lebhaften „Synonym-Battle“ wurden gewöhnliche Begriffe auf ihre verborgenen Facetten untersucht. Ob bei der Interpretation von Heinz Erhardt oder in der freien Schreibwerkstatt – die Jugendlichen bewiesen Mut zur eigenen Sprache. Und manche schon richtig gut!
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben an diesem Vormittag gelernt: Worte sind mehr als nur Mittel zum Zweck – sie sind Werkzeuge, um die Welt zu beschreiben und Gefühle zu sortieren. Dass ein solcher Workshop nicht nur den Horizont erweitert, sondern auch den Grundstein für eine sicherere Kommunikation im späteren Berufsleben legen kann, machte den Besuch von Lars Ruppel zu einem besonderen Highlight im Schulalltag der Konrad-Zuse-Schule.
