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Angehende Staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin berichtet über ihre Erfahrungen aus Schule und Praxis

Von Ramona Schmidt, Ulrike Persch, Michael Kühlthau | | Aktuelles

Hünfeld, 26.02.2021. „In meiner Ausbildung zur Sozialassistentin habe ich ein Praktikum in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung gemacht und damals nicht damit gerechnet, dass mir der Umgang mit diesen Menschen so viel Freude bereiten würde. Ich bin eher unsicher in das Praktikum gestartet“, berichtet Sabrina Parduhn, die aktuell die Ausbildung zur staatlich anerkannten Heilerziehungspflegerin an der Konrad-Zuse-Schule in Hünfeld absolviert.

Diese erfolgt berufsbegleitend an der Fachschule für Sozialwesen, Fachrichtung Heilerziehungspflege sowie in Einrichtungen der Behindertenhilfe. So wie Sabrina Parduhn ergeht es vielen. Sie kennen dieses Berufsbild nicht und stellen sich oft unter der Arbeit mit Menschen mit Behinderung eher schwierige Situationen vor. Erst der direkte Kontakt zu ihnen führt zu einer Veränderung dieser Wahrnehmung. Die 23jährige absolviert ihren fachpraktischen Teil der Ausbildung in der Wohnstätte am Wasserturm in Bebra. Dieser Phase kommt eine wichtige Bedeutung zu: Die sozialpflegerischen Praxisstellen verstehen sich als Ausbildungseinrichtungen, die gemeinsam mit dem Lernort Schule die Ausbildung zur Staatlich anerkannten Heilerziehungspflegerin/zum Staatlich anerkannten Heilerziehungspfleger mitgestalten. Doch wie kommt man dazu, aus Bebra an die Schule nach Hünfeld zu gehen? „Ganz einfach“, entgegnet Sabrina Parduhn, „die Zugverbindung ist sehr gut. Vom Bahnhof kann ich zur Schule laufen. Weiterhin habe ich vor Ort eine Absolventin aus Hünfeld kennengelernt, die sehr zufrieden mit der Qualität der Ausbildung in Hünfeld war.“

Die Ausbildung dauert insgesamt drei Jahre: In den ersten beiden Jahren findet die theoretische Ausbildung an der Konrad-Zuse-Schule an drei Tagen statt. Parduhn besucht hier aktuell das erste Ausbildungsjahr. An zwei Tagen findet die fachpraktische Ausbildung in sozialpflegerischen Einrichtungen statt. Nach dem zweiten Jahr findet eine Abschlussprüfung statt, womit der theoretische Teil der Ausbildung beendet wird.

Im dritten Jahr steht das sogenannte „Anerkennungsjahr“ an, in dem die Absolventen/Absolventinnen vorwiegend in der Praxisstelle tätig sind, aber dennoch von einem Pädagogen/einer Pädagogin der Konrad-Zuse-Schule begleitet werden und regelmäßige Besuche und Treffen zur Weiterentwicklung stattfinden. Dieses Jahr endet mit einer methodischen Prüfung, die als mündliche Leistung an der Schule stattfindet.

Der Unterricht im Rahmen der Ausbildung an der Fachschule umfasst wesentlich mehr als nur die Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten: Der Unterrichtsprozess geht einher mit der Ausbildung maßgeblicher und grundlegender Kompetenzen für den Beruf der Heilerziehungspflegerin/des Heilerziehungspflegers. Lehrkräfte und Studierende übernehmen hier gleichermaßen die Verantwortung für die Ausgestaltung des gemeinsamen Lernprozesses. Dabei geht es nicht nur um die Betreuung und Pflege behinderter Menschen, sondern auch um die Erfüllung des Bildungsauftrages – für die Studierenden findet durch das Einfinden in die neue Berufsrolle zudem Persönlichkeitsentwicklung statt und die gewinnbringende Kompetenz, sich immer wieder neu selbst zu reflektieren.

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Angehende Staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin berichtet über ihre Erfahrungen aus Schule und Praxis - Foto: Nathan Anderson