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Das regionale Judentum ganz nah in den Unterricht geholt

Von Alicia Vogel (Q2b) | | Aktuelles | Veranstaltungen

Hünfeld, 17.02.2020. Aus dem Geschichtsunterricht kennen wir die Juden als die Schuldigen für den Ausbruch der Pest. Auch der Holocaust sagt uns etwas. Doch dass es Juden nicht nur im Geschichtsunterricht gibt, sondern sie ebenfalls seit Jahrhunderten in Fulda wie auch in der Rhön und im Hünfelder Land lebten und eine wichtige Bedeutung für unsere Geschichte haben, zeigte uns Dr. Michael Imhof und Joachim Schulz mit ihrer Wanderausstellung „400 Jahre Juden in der Rhön“.

Fotos: Dirk Jonas

Die Klasse Q2b des Beruflichen Gymnasiums nutzte die selten gebotene Gelegenheit, an einem Workshop zur Ausstellung der Geschichte der Juden in unserer Region teilzunehmen. Als die Schülerinnen und Schüler den Ausstellungsraum betraten, wurden sie von großen Texttafeln wie auch beeindruckenden Bildtafeln, die Gebäude und Stadtviertel der Juden zeigen, eingeladen. Schon auf den ersten Blick wurde der regionale Bezug deutlich, denn aus vielen Orten der Region wurde in Text und Bild eindrücklich berichtet: Burghaun, Hünfeld, Tann (Rhön), Flieden, Heubach oder Neuhof. So wurde deutlich, dass Juden über Jahrhunderte hinweg zur Identität der Region gehörten.

Nachdem sich alle Schüler an den Tischen in der Mitte der Wanderausstellung niedergelassen hatten, begann Michael Imhof den Workshop mit einem Einblick in das Leben der Juden und vor allem der Bedeutung von Bildung in ihrer Religion.

„Sage es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten. Lass es mich tun, und ich werde es können.“

Diese Worte zitierte Michael Imhof von Konfuzius und ließ die Schüler im Sinne dieses Leitspruchs in Zweier- bis Dreiergruppen mit der Wanderausstellung in Interaktion treten. Jede Gruppe sollte auf Basis einer Fragestellung ein großes Plakat erstellen. Mit Kaffee und Kräppeln wurde in einer angenehmen Arbeitsatmosphäre ein Bild des Judentums geschaffen. Die Klasse setzte sich mit Themen wie der Bedeutung von Bildung im Judentum, der Einwanderung in die Rhön oder auch der Religion an sich auseinander.

Parallel zum Workshop hatten Besucherklassen der Konrad-Zuse-Schule die Möglichkeit, sich die Ausstellung sowie die Arbeit in den Workshops anzuschauen. Im Anschluss wurden einige der Plakate präsentiert.

In der Feedbackrunde wurde besonders deutlich, dass die Schülerinnen und Schüler durch die selbstständige Arbeit in kleinen Gruppen das Leben der Juden deutlich besser erfassen konnten, als es sonst im Unterricht möglich ist. Ganz ohne Leitung der Lehrer lernten die Schülerinnen und Schüler nicht nur etwas über die Zeit der Verfolgung, sondern sie verstanden auch die Bedeutung des Judentums für unsere gesellschaftliche, kulturelle wie auch wirtschaftliche Entwicklung. Den Workshop begleiteten die Lehrkräfte Sabine Zimmermann (Geschichte) und Michael Kühlthau (Politik & Wirtschaft). Die Ausstellung wird in der Schule noch bis zum 28.02. gezeigt.

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